Drei Pioniere der Volksgesundheit 2/4
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Zum Tode von Dr. med. Hugbald Volker Müller
Dr. Müller hat sich neben seiner großen Arbeitsbelastung in der Kassenpraxis, die er als homöopathischer Arzt versah, in einem hohen Maße um das Erfassen psychischer Komponenten des Krankseins bemüht. Er wäre am 5. Februar 2001 80 Jahre alt geworden. Nach dem Wehrdienst als Lungenfacharzt ausgebildet, erlernte er die Homöopathie bei Frau Dr. Imhäuser und den Doktoren Kritzler-Kosch, Mezger, Kabisch, Beuchelt, Drinneberg und Fonrobert. Für die Praxis dadurch handwerklich sehr gut vorbereitet, stellte er sich Tabellen zur raschen Arzneimittelwahl zusammen, die ihm ein enormes Wissen um die homöopathische Differentialdiagnostik einbrachten und die er der Allgemeinheit durch Veröffentlichungen zur Verfügung stellte.
Er war dann sehr bald - bislang unbekannt - als Lehrer der Homöopathie
ein regelrechter Senkrechtstarter, sehr begehrt auf den Kursen des DZVhÄ
und beliebt bei den Kollegen. Die von ihm so genannte Psychoanamnese bei
schwer zu lösenden Krankheitsfällen führte ihn zu tiefenpsychologischen
Befragungstechniken, wobei er auch Handschrift und Farbwahl der Patienten
nicht außer acht ließ. Dadurch gelangen ihm ganz ungewöhnliche
Heilungen und Einblicke in die Psychokomponenten verschiedener Arzneimittelwirkungen,
wobei durch die sauber dokumentierten Veröffentlichungen selten verordnete
Mittel mit neuen Aspekten in den Mittelpunkt der Beachtung durch die homöopathische
Ärzteschaft gerückt wurden. Wir verlieren mit ihm einen echten
Forscher, der die moderne Homöopathie durch seine präzise Arbeit
ganz wesentlich bereichert hat. Bei seinen vielen Vortragsreisen war er
auch dreimal zu Wochenendveranstaltungen des August-Weihe-Instituts für
Homöopathische Medizin in Detmold bei uns als Gastredner. Wir haben
ihm viele Anregungen zu danken. Als naturverbundener und künstlerischer
Mensch nahm er die Kollegen durch seine liebenswürdige Art rasch
für sich ein.
Dr. med. Manfred
Freiherr von Ungern-Sternberg
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